Gott begegnen

In diesen Tagen mache ich immer wieder eine Erfahrung. Sie geht so: Unser Land ist voll von wunderschönen Orten und Landschaften. Schon eine kleine Autofahrt nach Helmstedt oder nach Braunschweig über die Dörfer reicht, um sagen zu können: Wunderbar, diese weite Landschaft. Wenn ich dann anhalte und einen Feldweg entlanglaufe, wird alles noch schöner. Felder voller Blumen oder anderer Pflanzen des Sommers. Kurzum: Die Welt ist dann so ruhig und schön. Das Rascheln vom Getreide tut sein Übriges. Die ganzen Schlagzeilen des Tages sind dann unendlich weit weg und ich könnte ins Fragen kommen: Ist diese Welt wirklich so am Rande, wie es mir beschrieben wird?

Der Mensch ist zu vielem fähig, seitdem er sich von Gott verabschiedet hat. Das macht diese Welt zu einem Ort, der Kriegsschlagzeilen leider auch wahrwerden lässt. Und doch: Gleichzeitig zeigt sich diese Schönheit der Schöpfung bei einem Spaziergang durch die Feldmark.

Da kommt mir der Gedanke, dass Gott es so gemeint hat. Er sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Das kann gut möglich werden, wenn ich mitten im Sturm die Orte wähle, an denen ich Gott gut begegnen kann. Diese Welt ist ohne Gott verloren, aber mitten in dieser Verlorenheit ist Gott in seiner Schönheit eben doch präsent, wenn ich ihn suche. So gibt mir die Schönheit des Landes eine gedankliche Brücke zum Bibelvers von oben. Trotz aller Dunkelheit ist eben nicht alles dunkel! Wo Gottes Nähe spürbar ist, da wird es hell.

Machen wir auch einen Spaziergang an die schönen Orte und lassen Gott zu uns reden. Vielleicht auch im nächsten Gottesdienst?

Pastor Moritz Allersmeier